Twentes Janik Jesgarzewski: "Halbfinale muss unser Ziel sein"

Datum: 16.05.2013

Ein Deutscher im Trikot des FC Twente Enschede: Janik Jesgarzewski (vorne) fühlt sich wohl in Holland und freut sich auf den SPAX-Cup.


Vor zwei Jahren nahm die U19 von Twente Enschede bereits am SPAX-Cup in Ennepetal teil. Dabei fiel vor allem auch ein junger Deutscher im Trikot des niederländischen Ehrendivisionärs auf: Janik Jesgarzewski aus Geest in Niedersachen.

Vor dem SPAX-Cup 2013 haben wir mit ihm über das Turnier, seine Karriere und seine Situation als Deutscher im Twente-Trikot gesprochen.

Janik, ihr wart vor zwei Jahren bereits mit Twente beim SPAX-Cup. Wie gut sind deine Erinnerungen noch daran?

Ich kann mich noch erinnern, dass wir gar nicht so schlecht gespielt, dafür aber leider schlecht abgeschnitten haben. Damals sind wir mit einer jungen Mannschaft da gewesen, ich selbst habe da auch eigentlich noch in der B-Jugend gespielt und musste mit der A-Jugend mit. Da waren noch zwei, drei andere aus der B-Jugend dabei. Und ich denke, dass das auf jeden Fall auch mit ein Grund dafür war, dass wir so schlecht abgeschnitten haben.

Ihr habt, wie du ja richtig sagst, nicht den besten Platz belegt – ihr seid 2011 Letzter geworden. Und obendrein habt ihr damals auch noch gegen die Gastgeber-Mannschaft vom TuS Ennepetal verloren. Erinnerst du dich noch an das Spiel gegen den TuS?

Ja, klar. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass die Hütte da richtig heiß war, als Ennepetal ein Tor gegen uns gemacht hat. Das darf dieses Jahr auf jeden Fall nicht noch mal passieren!

Hast du dir das Teilnehmerfeld des diesjährigen SPAX-Cup schon angeguckt?

Ja! Und wie in den letzten Jahren auch, ist es in diesem Jahr wieder ein gutes Feld, wo man wirklich Gegner auf sehr hohem Niveau hat und wo man in den Gruppen sicher nur schwer einen Favoriten ausmachen kann. Da kann, glaube ich, alles passieren. Von einem direkten Favoriten für den Sieg kann man nicht sprechen, da ich finde, dass das wirklich sehr ausgeglichen ist.

Gegen welche Mannschaft möchtest du besonders gerne spielen?

Natürlich gegen Schalke! Ich bin ja Dortmund-Fan und da Schalke bei uns in der Gruppe ist, freue ich mich so richtig auf das Spiel gegen die.

Mit welchen Ambitionen kommt ihr denn mit Twente Enschede nach Ennepetal?

Auf jeden Fall wollen wir besser abschneiden als vor zwei Jahren. Und das Halbfinale muss unser Ziel sein! Denn wenn man im Halbfinale steht, kann eigentlich alles passieren.

Du hast mit Twente sicher schon das eine oder andere Turnier gespielt. Wo würdest du denn den SPAX-Cup einordnen?

Was mich besonders beeindruckt, ist die Besucherzahl beim SPAX-Cup. Ich habe selten vor so vielen Zuschauern auf einem Turnier gespielt, weil häufig auf mehreren Spielfeldern gespielt wurde. Das ist in Ennepetal schon was anderes, weil da alle zugucken. Und auch das ganze Umfeld, mit der Verpflegung und dem Hotel und so weiter, hat mir vor zwei Jahren sehr gut gefallen. Das Turnier ist der letzte Termin der Saison, danach haben wir endlich mal frei – und trotzdem freuen wir uns darauf und fahren sehr gerne hin!

Wie ist die Saison bei euch gelaufen?

Für mich war das dieses Jahr etwas zweigleisig, weil ich ja noch A-Jugend spielen darf, mit der Zweiten aber teilweise mit trainiert und auch dort gespielt habe. Das war dann von Wochenende zu Wochenende unterschiedlich. Mal habe ich da, mal da gespielt. Und mit beiden Mannschaften sind wir jeweils so im Mittelmaß gelandet, obwohl wir mehr Potential nach oben hätten. Durch kleinere Fehler, vor allem in den Schlussphasen der Spiele, haben wir leider ordentlich Punkte liegen gelassen.

Wie geht es für dich persönlich weiter, wenn du aus der A-Jugend raus kommst?

Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Enschede und werde auch erst mal ganz normal die Vorbereitung mitmachen. Dann werden wir sehen, wie es sich ergibt, also ob es dann bei der Zweiten oder bei der Ersten ist. Das hängt alles von der Vorbereitung im Sommer ab.

Hast du denn schon Profi-Luft schnuppern können?


Ja, ich habe schon zwei-, dreimal bei der Ersten mit trainieren dürfen. Und im Freundschaftsspiel gegen den VfL Osnabrück habe ich 30 Minuten Einsatzzeit bekommen.

Gerade für dich, als gebürtigen Niedersachsen, der ja auch immer noch in Deutschland lebt und täglich die 40 Minuten bis Holland fährt, war das gegen Osnabrück ja sicher sehr toll. Wie hast du es erlebt?

Das war sehr cool. Sowieso weil es eine deutsche Mannschaft war, aber auch, weil ich ein paar Spieler noch von der Niedersachsen-Auswahl von früher kannte, die da auch mitgespielt haben. Das war mal schön, die wiederzusehen. Vor allem aber war es cool, mit der Ersten Mannschaft von Twente gegen eine deutsche Mannschaft zu spielen.

Ist denn bei dir abzusehen, ob du Fußball-Profi wirst?

Ich denke, das Potential ist auf jeden Fall da. Aber inwieweit das endet oder inwieweit das geht, hängt von den nächsten zwei, drei Jahren ab, weil das eigentlich die wichtigsten Jahre von der Entwicklung her werden.

Janik, beschreib doch mal, wie es für einen Deutschen ist, in Holland Fußball zu spielen.

Eigentlich ist das nicht anders als in Deutschland. Ich bin ja schon mit elf Jahren, also sehr früh dahin gegangen. Ich spiele jetzt seit acht Jahren da und ich fühle mich nicht so, als sei ich ein Ausländer oder jemand anderes als die Holländer selbst. Ich werde da auch nicht anders behandelt. Zudem spreche ich die Sprache fließend und ich fühle mich absolut wohl da.

Wie ist denn das Miteinander unter euch? Gerade in Holland spielen ja auch viele Spieler aus verschiedenen Ländern?

Ja, das wird bei uns auch alles noch immer viel internationaler. Wir haben Spieler aus Ghana, aus Ungarn, die kommen wirklich von überall her. Da bilden sich natürlich auch kleine Gruppen, wir Deutschen halten da auch zusammen. Man spricht viel miteinander und trainiert auch gemeinsam. Aber das ist dann ja auch normal. Wir sprechen auch alle Holländisch miteinander, obwohl die Trainer auch etwas Deutsch oder Englisch können. Holländisch habe ich übrigens nur durchs Fußballspielen gelernt, seit einigen Jahren spreche ich das fließend.

Vielen Dank für das Interview, Janik. Wir freuen uns, dich und deine Mannschaftskameraden vom FC Twente in Ennepetal erneut begrüßen zu dürfen. "Tot ziens!" (jan)




© www.tus-ennepetal.de 16.05.2013